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Brennbare Flüssigkeiten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Thursday, . May 2009

Brennbare Flüssigkeiten

Definition

Brennbare Flüssigkeiten sind Flüssigkeiten, deren Dämpfe im Gemisch mit Luft brennbar sind, die Flüssigkeiten selbst brennen nicht!
 

Flammpunkt

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der eine brennbare Flüssigkeit oberhalb des Flüssigkeitsspiegels mit Luft eine zündbare Dampfkonzentration bildet, die bei kurzzeitiger Einwirkung einer Zündquelle zur Entflammung kommt.
 

Brennpunkt

Der Brennpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der eine brennbare Flüssigkeit oberhalb des Flüssigkeitsspiegels mit Luft eine zündbare Dampfkonzentration bildet, die bei kurzzeitiger Einwirkung einer Zündquelle zur Entflammung kommt und weiter brennt.
 

Zündtemperatur

Die Zündtemperatur ist die niedrigste, unter festgelegten Bedingungen ermittelte Temperatur, bei der sich ein brennbarer Stoff in Luft entzündet.
 

Explosionsgrenzen / Zündgrenzen

Untere (UEG / UZG) bzw. obere (OEG / OZG) Explosionsgrenze / Zündgrenze ist die niedrigste bzw. höchste Konzentration des brennbaren Stoffes im Gemisch von Gasen, Dämpfen, Nebeln und / oder Stäuben in dem sich nach dem Zünden ein Brennen gerade nicht mehr selbständig fortpflanzen kann.
 

Explosionsbereich / Zündbereich

Der Explosionsbereich / Zündbereich ist der Konzentrationsbereich zwischen der unteren und der oberen Explosionsgrenze / Zündgrenze, in dem sich ein Brennen selbständig fortpflanzt.

 

Gefahren durch brennbare Flüssigkeiten

 

Zündgefahren

In der Gefahrenzone sind Zündungen jeglicher Art zu verhindern, dazu z.B.:
• Brandgefährliche Tätigkeiten (Feuerarbeiten) wie Schweißen,
  Löten, Flämmen usw. einstellen
• Rauchverbot einhalten
• Nicht ex-geschützte Maschinen und Motoren abstellen
• Kellerfenster und Kanaleinläufe schließen und abdichten
• Stromversorgung in einer außerhalb der Gefahrenzone liegenden
  Schaltstelle abschalten
• elektrostatische Aufladungen vermeiden bzw. ableiten
• funkenarmes Werkzeug verwenden.
 

Brand und Explosionsgefahr

Die Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten bilden mit Luft Zündfähige Gemische,
sind schwerer als Luft und breiten sich in Bodennähe, der Windrichtung und / oder dem Gefälle folgend aus. Besonders gefährdet sind daher tiefergelegene Räume, Schächte, Kanäle u ä.
Die Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten können selbst in größerer Entfernung von der Austrittsstelle noch zündfähig sein, eine Rückzündung bis zur Austrittsstelle ist möglich. Auch leere ungereinigte Behälter können zündfähige Dampf- Luft- Gemische enthalten, die bei Zündung zur Raumexplosion mit Bersten des Behälters führen kann.
 

Gefahren bei Wärmeeinwirkung auf Behälter

Eine Erwärmung des Behälters führt zur Ausdehnung der Flüssigkeit. Das bewirkt bei geschlossenen Behältern eine Erhöhung des Drucks und kann zum Bersten führen. Wenn Flüssigkeiten das gesamte Behältervolumen ausfüllen, geht der Druckanstieg sehr rasch vor sich, da Flüssigkeiten nicht komprimierbar sind. Gefährdet ist vor allem der Bereich des Behälters im Inneren über dem Flüssigkeitsspiegel. Eine unzulässige Erwärmung kann durch Kühlen mit weit reichenden Wasserstrahlen verhindert werden. Kühlwasserbedarf: mindestens 10 l / (m2 min).
Das Kühlwasser ist möglichst gleichmäßig auf die gesamte zu schützende Behälteroberfläche aufzubringen. Zur Kühlung von Behältern und Konstruktionen vor strahlender Wärme sowie zur Vermeidung von Zündungen in der Umgebung des Brandes sind die gefährdeten Flächen mit 1,5 l / (m2.min) zu beaufschlagen.
 

Brandschutz

Aus Sicherheitsgründen ist ein 3 - facher Brandschutz
(Wasser + Pulver + Schaum ) aufzubauen.
 

Gesundheitsgefährdung
 

Bei Brand

Verbrennungen durch Flammeneinwirkung und Wärmestrahlung Einatmen von Brandgasen – Rauchgasvergiftung.
 

Bei Austritt

Auswirkungen auf das Zentralnervensystem durch Einatmen der Dämpfe
Wirkung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
betäubende Wirkung - Bewusstlosigkeit, Atemstillstand
erstickende Wirkung infolge Verdrängung des Luftsauerstoffes
bei Kontaminationen
Hautschäden infolge entfettender Wirkung
Giftwirkung infolge Hautresorption kann bei längerer Einwirkung zu Schäden an allen inne-ren Organen führen, wie Zentralnervensystem
Blutbildendes System ( besonders bei verbleiten Stoffen )
Lunge (auch nach Verschlucken durch nachfolgendes Erbrechen und Einatmen)
Leber etc.
 

Umweltgefährdung
 

Wassergefährdung

durch Einfließen brennbarer Flüssigkeiten in Oberflächengewässer (Flüsse, Seen),
Grundwasserverseuchung beim Eindringen (Versickern) brennbarer Flüssigkeiten ins Erd-reich.
Für die Einsatzmaßnahmen ist es von Bedeutung, die brennbaren Flüssigkeiten zu unterscheiden nach
           mischbar mit Wasser ja oder nein
              schwerer oder leichter als Wasser.
 

Ein Liter Mineralölprodukt macht ca. 1 Million Liter Trinkwasser für den Menschen un-genießbar ca. 10 Million Liter Trinkwasser für Tiere unbrauchbar.

 

Sofortmaßnahmen zur Schadensbegrenzung

Weiteres Austreten der brennbaren Flüssigkeit verhindern

  • Absperrventile schließen
  • Austrittsstelle abdichten, dazu z.B.
    Keile, Pfropfen in die Leckstelle eintreiben
    Bandagen oder Leckdichtkissen anlegen.
  • Ausbreitung verhindern z.B. durch
  • Auffangen (Behälter, Planen)
  • Schächte und Kanaleinläufe abdecken (Schachtabdeckungen, Dichtkissen, Planen)
  • Eindämmen (Sand, Erdreich, Pfosten, Ölsperren)
  • Aufsaugen (Bindemittel, Sand, Erdreich).

Gefahren für Abwasserreinigungsanlagen (Kläranlagen)

Gelangen brennbare Flüssigkeiten in die Kanalisation, ist neben der Explosionsgefahr die Biologie der Abwasserreinigungsanlagen akut gefährdet, das kann zum Zusammenbruch der Reinigungsfunktion führen.
 

Letzte Aktualisierung ( Thursday, . May 2009 )